14/09
2018

Patientenberatungsstelle von Pharmadienstleister übernommen

Experten empfehlen: Anwaltliche Beratung notwendiger denn je!

Die vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) finanzierte "Unabhängige Patientenberatung Deutschland" (UPD) ist laut Medienberichten an Finanzinvestoren aus der Pharmaindustrie übertragen worden. Was das für die unabhängige Beratung von Patienten bedeutet, erläutert der Fachanwalt für Medizinrecht Timm Laue-Ogal.

Was ist die Grundlage der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland?
Laue-Ogal: Von 2006 bis 2015 befand sich die UPD in Trägerschaft von Sozialverbänden. Ihr kostenloser Beratungsdienst für Patienten und Versicherte wird aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung gefördert. Die Beratung geschieht im gesetzlichen Auftrag.

Welche Änderungen hat es jetzt gegeben, die Sie aufmerksam gemacht haben?
Laue-Ogal: Im Jahr 2016 ist die UPD im Wege einer europaweiten Ausschreibung an die Sanvartis GmbH übertragen worden, ein Unternehmen, das vor allem Callcenter für Krankenkassen betreibt. Die Sanvartis GmbH ist nunmehr heimlich, still und leise - inklusive der UPD - an den Pharmadienstleister Careforce übertragen worden, einen Personal- und Vertriebsdienstleister, der im Auftrag von Arzneimittelherstellern tätig ist. Der GKV-Spitzenverband hat zu diesen Vorgängen bislang keine Stellungnahme abgegeben.

Welche weiteren Folgen wird dies für die UPD haben?
Laue-Ogal: Ob der GKV-Spitzenverband seine finanzielle Unterstützung der UPD aufrecht erhält, steht noch nicht fest. Damit ist ernsthaft zu befürchten, dass eine neutrale und unabhängige Beratung von Patienten und Versicherten bei der UPD nicht mehr stattfindet.

Was befürchten Sie für die Ratsuchenden? Was raten Sie Betroffenen?
Laue-Ogal: Wie sollen Betroffene einer falschen Medikamentengabe von einer Beratungsstelle unter dem Dach der Pharmaindustrie ernsthafte Hilfe erwarten? Was angesichts solcher Einflussnahmen auf eigentlich neutrale Beratungsstellen aber definitiv feststeht: Es bedarf mehr denn je fachkundiger Unterstützung von Patienten und Versicherten durch Fachanwälte für Medizinrecht, die sich unabhängig von wirtschaftlichen Bindungen für Ihre Mandanten einsetzen.

 

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Beteiligte Anwälte:
Timm Laue-Ogal

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Donnerstag, 13. Dezember 2018

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